Zu jedem Instrument steht hier nicht nur, was es ist, sondern auch, was Tanzende davon hören — denn nicht jedes Instrument hilft beim Finden des Takts gleich gut.
Congas / Tumbadoras
Perkussion — das Fundament
Hohe, schmale Handtrommeln, meist zwei bis drei nebeneinander. Sie spielen den tumbao oder marcha: ein gleichmässiges Muster aus gedämpften Schlägen, einem Slap und — entscheidend — zwei offenen, klingenden Tönen auf der Vier und dem darauffolgenden «Und».
- Rolle
- «Der Bass der Perkussion»
- Für Tanzende
- Der Slap auf der Zwei ist der Bezugspunkt des New Yorker On2.
Bongó und Campana
Perkussion — die Führungsstimme
Der bongocero hat zwei Aufgaben in einem Stück. In den Strophen spielt er auf den kleinen Bongos den martillo, den «Hammer»: ein dichtes, laufendes Achtelmuster mit vielen Verzierungen. Im Montuno-Teil legt er die Bongos weg und greift zur grossen Handglocke, der campana.
- Rolle
- «Die Leadgitarre der Perkussion»
- Für Tanzende
- Setzt die Glocke ein, beginnt der Chorteil — das ist der Moment für die grossen Figuren.
Timbales
Perkussion — Akzente und Signale
Flache Metallkessel auf einem Ständer, gespielt mit dünnen Stöcken; sie stammen von der Pauke ab. In ruhigen Passagen spielt der timbalero die cáscara auf dem Kesselrand, in lauten wechselt er auf die Mambo-Glocke. Sein wichtigstes Werkzeug ist der abanico — ein Wirbel wie ein aufgeschlagener Fächer, der einen Abschnittswechsel ankündigt.
- Rolle
- Übergänge, Breaks, Soli
- Für Tanzende
- Der Abanico ist die Vorwarnung: gleich ändert sich etwas.
Güiro und Maracas
Perkussion — die Textur
Das güiro ist ein gekerbter, ausgehöhlter Flaschenkürbis, über den ein Stäbchen gezogen wird — lange und kurze Striche im Wechsel. Die Maracas halten die Unterteilung durchgehend. Beide fallen kaum auf, aber ohne sie klingt ein Arrangement seltsam leer.
- Rolle
- Füllen den Raum zwischen den Schlägen
- Herkunft
- Güiro aus der Charanga-Tradition
Klavier
Harmonie und Rhythmus zugleich
Das Klavier spielt nicht Akkorde, sondern den montuno beziehungsweise guajeo: eine zweitaktige, stark synkopierte Figur aus gebrochenen Akkorden, in der rechten Hand oft in Oktaven. Sie wiederholt sich unablässig und ist exakt an der Clave ausgerichtet. Im traditionellen Son übernimmt der tres diese Rolle.
- Rolle
- Das harmonisch-rhythmische Triebwerk
- Herkunft
- Von Arsenio Rodríguez ins Conjunto eingeführt
Bass
Der vorgezogene Puls
Der wichtigste und am meisten übersehene Punkt der ganzen Salsa. Der Bass spielt den tumbao: Er trifft das «Und» der Zwei und die Vier — und lässt die Eins bewusst aus. Zusätzlich nimmt er den nächsten Akkord oft schon vorweg, bevor die Harmonie tatsächlich wechselt.
Genau daher kommt der Sog nach vorne. Wer als Tanzende oder Tanzender «die Eins nicht findet», sucht sie oft im Bass — und dort ist sie nicht.
- Rolle
- Vorwärtsdrang durch Vorwegnahme
- Für Tanzende
- Für die Eins besser auf Klavier oder Glocke hören.
Bläser
Trompeten und Posaunen
Die Trompeten liefern helle Akzente und die moña — arrangierte Riffs, die sich im Chorteil übereinanderschichten. Die Posaune ist das Markenzeichen des New Yorker Klangs: Willie Colóns rauer, absichtlich unglatter Posaunensatz definierte die Salsa dura, Eddie Palmieri hatte den Weg mit seiner La Perfecta gewiesen.
- Rolle
- Akzente, Riffs, Steigerung
- Klangfarbe
- Posaune = New York, Trompete = kubanisches Conjunto
Tres
Die Stimme des Son
Die kubanische Gitarre mit drei doppelt bezogenen Saitenpaaren. Ihr trockener, metallischer Klang trägt im traditionellen Son die Guajeos — die Muster, die im Conjunto später ans Klavier übergingen. Arsenio Rodríguez war ihr grösster Meister.
- Rolle
- Melodisch-rhythmisches Zentrum des Son
- Bauart
- Drei Doppelchöre