Salsa Compass

TRANSPARENZ

Quellen & Rechte

Ein Museum sollte offenlegen, woher es sein Wissen hat, wo es unsicher ist und warum die Wände so aussehen, wie sie aussehen.

Plakatgrafik mit Druckbögen, Schallplatte und einem Zeichen für geprüfte Herkunft

Bildpolitik

Warum hier keine Fotos hängen

Das auffälligste Merkmal dieses Museums ist, was fehlt: keine Fotografien von Celia Cruz, keine Bühnenbilder aus dem Palladium, keine Fania-Plattencover. Das ist eine bewusste Entscheidung, keine Nachlässigkeit.

Fotografien der Fania-Generation sind fast durchgehend urheberrechtlich geschützt — in den USA typischerweise bis rund 95 Jahre nach Veröffentlichung. Es gibt zu diesen Personen kaum frei lizenzierte Aufnahmen; die entsprechenden Kategorien auf Wikimedia Commons sind auffällig dünn, gerade weil das so ist.

Die Plattencover — die grafisch bemerkenswertesten Objekte der ganzen Epoche, gestaltet unter anderem von Izzy Sanabria — sind ebenfalls geschützt. Der Fania-Katalog wurde 2018 von Craft Latino beziehungsweise Concord übernommen; die Rechte liegen dort.

Die kubanischen Siebdruckplakate von ICAIC und OSPAAAL aus den 1960er- bis 1980er-Jahren, deren Ästhetik das Erscheinungsbild dieser Seite prägt, sind entgegen einer verbreiteten Annahme nicht zuverlässig gemeinfrei. Archive weisen die Rechtelage überwiegend als ungeklärt aus oder ordnen sie den Gestaltern und deren Erben zu.

Die Konsequenz

Statt geschützte Bilder zu kopieren, arbeitet dieses Museum ausschliesslich mit eigens erstellten Grafiken: plakative Comic-Interpretationen der Persönlichkeiten, gezeichnete Instrumenten-Sinnbilder, Schrittdiagramme und Rhythmus-Raster. Die Porträts sind bewusst keine exakten Abbilder historischer Fotografien. Im Instrumentensaal werden frei lizenzierte Aufnahmen echter Instrumente abgespielt.

Wer die historischen Bilder sehen will, findet sie bei den Rechteinhabern und in Museumsarchiven — dort, wo sie hingehören und wo ihre Herkunft dokumentiert ist.

Wenn Bilder ergänzt werden sollen

Sollte diese Seite später doch bebildert werden, kommen dafür nur diese Wege in Frage:

  • Wikimedia Commons — Lizenz pro Datei prüfen, meist CC BY-SA: Urheber nennen, Lizenz verlinken, Weiterbearbeitungen unter gleicher Lizenz.
  • Library of Congress, «Free to Use and Reuse» — dennoch bei jedem Objekt den Rechtehinweis lesen; die Bibliothek besitzt die Rechte meist nicht selbst.
  • Smithsonian Open Access — als CC0 gekennzeichnete Objekte sind ohne Auflagen nutzbar. CC0 betrifft allerdings nur das Urheberrecht, nicht Marken- oder Persönlichkeitsrechte.
  • Flickr Commons — auf «no known copyright restrictions» filtern.
  • Unsplash und Pexels — frei nutzbar, aber inhaltlich generisch; für historische Themen kaum brauchbar.
  • Lizenzierung beim Rechteinhaber — für die Fania-Bildwelt der einzige saubere Weg.

In jedem Fall gehört unter jedes Bild eine sichtbare Bildunterschrift mit Urheber, Quelle und Lizenz.

Wissensgrundlage

Worauf sich die Texte stützen

Die Darstellungen in diesem Museum beruhen auf der gängigen Fach- und Nachschlagewerksliteratur zur karibischen und lateinamerikanischen Populärmusik sowie auf der Dokumentation von Musik- und Tanzarchiven. Wo Jahreszahlen, Namen und Zuschreibungen genannt werden, sind sie in der Regel mehrfach belegt.

Für vertiefende Recherche sind vor allem diese Arten von Quellen brauchbar:

  • musikwissenschaftliche Nachschlagewerke zur kubanischen und puerto-ricanischen Musik
  • Archive und Sammlungen zur Geschichte der lateinamerikanischen Musik in New York
  • Bestandsdokumentation von Musik- und Kulturmuseen
  • Interviews und Selbstzeugnisse der Beteiligten — mit dem Vorbehalt, dass fast alle Hauptfiguren ihre eigene Rolle grösser darstellten, als sie war

Ein Hinweis zur Schieflage

Die Überlieferung der Salsa ist ungleich verteilt. Wo Plattenfirmen Archive führten — also vor allem in New York — ist die Geschichte gut dokumentiert. Was in kubanischen Tanzsälen, puerto-ricanischen Wohnzimmern und kolumbianischen Vierteln geschah, ist deutlich schlechter belegt, obwohl es musikalisch nicht weniger wichtig war. Jede Darstellung der Salsa-Geschichte, auch diese, erbt diese Schieflage.

Vorbehalte

Was hier ungesichert ist

Diese Punkte sind bewusst als offen gekennzeichnet, statt sie glattzubügeln:

Willie Colón

Zu Willie Colón kursieren Angaben, die ihn in der Vergangenheitsform behandeln. Ein belastbarer Nachweis dafür liess sich bei der Erstellung dieser Seite nicht finden. Deshalb wird hier ausschliesslich sein Geburtsjahr genannt — geboren 1950 — und kein Sterbedatum. Wer diese Seite pflegt, sollte das anhand einer verlässlichen Primärquelle prüfen, bevor die Angabe geändert wird.

Die Herkunft des Wortes «Salsa»

Umstritten. Meist wird Johnny Pacheco genannt, Izzy Sanabria beanspruchte es ebenfalls für sich. Die Seite stellt das als offene Debatte dar und entscheidet sie nicht.

Häufigkeit von 2-3 gegenüber 3-2

Die Aussage, die meiste Salsa stehe in 2-3, ist eine unter Musikern und Tanzenden verbreitete Faustregel, keine ausgezählte Statistik.

Fussfolgen im On2

Welcher Fuss im On2 auf welche Zählzeit gehört, unterscheidet sich zwischen den Lehrtraditionen — insbesondere zwischen dem New Yorker On2 nach Eddie Torres und dem älteren Palladium- beziehungsweise Son-On2. Diese Seite trifft deshalb Aussagen über die Zählzeit des Bruchschritts, nicht über den Fuss.

Vereinfachte Rhythmusnotation

Die Muster im Ensemble-Mixer in Saal IV sind auf ein Achtelraster reduziert. In der Praxis spielen Conga, Timbales und Güiro zusätzlich Sechzehntel und unterscheiden zwischen offenen Tönen, Slaps und gedämpften Schlägen. Die Darstellung zeigt die Struktur, nicht die spielbare Stimme.

Salsa in der Schweiz und Europa

Belegt ist, dass die europäische Kongress-Szene früh unter anderem in Grossbritannien, Spanien, Italien und der Schweiz begann. Konkrete Schweizer Festivals, Schulen oder Jahreszahlen werden hier bewusst nicht genannt, weil sie nicht abgesichert werden konnten.

Kolophon

Wie diese Seite gebaut ist

Statisches HTML, CSS und ein wenig JavaScript ohne Framework und ohne Build-Schritt. Keine Cookies und keine Zählpixel. Beim normalen Seitenaufruf werden ausschliesslich Dateien vom eigenen Server geladen; externe Musikdienste öffnen sich erst nach einem bewussten Klick.

  • Schriften: Bebas Neue und Source Sans 3, beide unter der SIL Open Font License, lokal eingebunden.
  • Gestaltung: angelehnt an die Siebdrucktradition kubanischer Plakate und die Plattenhüllen-Grafik des New Yorker Salsa-Milieus — flache Volltonfarben auf Papierweiss, Rasterpunkte, Plakatschrift. Als Anregung, nicht als Kopie.
  • Klang: Der Ensemble-Mixer lädt lokale Instrumentenaufnahmen und spielt sie mit der Web Audio API zeitgenau ab. Die Seite baut keine Verbindung zu einem externen Audiodienst auf.
  • Zugänglichkeit: Tastaturbedienung, sichtbarer Fokus, Sprungmarke zum Inhalt, Beschriftungen für alle Grafiken. Die Einstellung «Bewegung reduzieren» des Betriebssystems wird respektiert — dann laufen keine Animationen.
  • Playlisten: Spotify und Apple Music sind nur als normale externe Textlinks eingebunden. Das Museum verwendet keine Plattform-Player, Coverbilder, Tracking-Skripte oder Empfehlungs-Widgets.

Quellen der Instrumentenaufnahmen

Die Aufnahmen wurden für kurze Anschläge zugeschnitten, in Lautstärke und Ausklingzeit angepasst und teils in der Tonhöhe transponiert.

Musikbeispiele der Tanzstile

Die Tanzseite spielt jeweils höchstens 30 Sekunden. Für Pachanga wird aus Lizenzgründen keine Aufnahme lokal wiedergegeben, sondern auf eine stilistisch passende Charanga-Aufnahme bei Streamingdiensten verwiesen.

Kuration des Playlist-Saals

Die acht Hörwege sind redaktionelle Auswahl, keine objektive Bestenliste. Sie ordnen nach historischen Entwicklungslinien und Produktionszentren; viele Musiker und Stücke könnten mit gleichem Recht in mehreren Listen stehen. Titelschreibweisen wurden mit veröffentlichten Diskografien und Plattformkatalogen abgeglichen.